Die Entstehung unseres Fest(zelt)platzes

(1986)

„ Alter Nordlüner Traum wird bald wahr: Festplatz trockengelegt“

Schirmherr darf ohne Stiefel kommen – Ein Platz im Grünen“

Ein Festplatz im Grünen blieb jahrelang ein Traum für den Schützenverein Nordlünen-Alstedde. Zwar gab es die große Wiese zwischen hallenbad und Gymnasium, doch die sinkt jedes Jahr – dank Bergbau – immer tiefer ein. Nicht nur kalte, sondern vor allem klatschnasse Füße bekamen die Schützen, wenn sie im großen Zelt feierten, in den beiden vergangenen Jahren immer häufiger.

So feucht wurde es, dass die Feuerwehr das Schützenfest im Jahr 1984 in einem spontanen Großeinsatz retten musste. , indem die Mannen von Stadtbrand-meister Josef Mengelkamp 24 Stunden lang mit Hochdruck das Wasser des benachbarten Krempelbaches abpumpen mussten.

„Erdreich vom Kanalbau in Altlünen hilft aus der Not“

Dass der Lüner Norden ohne akzeptablen Festplatz nicht mehr länger auskommen kann, das sah Bürgermeister Hans-Werner Harzer spätestens während der Jahresdienstbesprechung der Lüner Feuerwehr im Jahr 1986 ein. Werner Anderson, Kommandeur der Nordlüner Schützen, reagierte auf die Ankündigung des Bürgermeisters, er übernehme die Schirmherrschaft fürs kommende Schützenfest, mit der bissigen Bemerkung: „ Dann bringen Sie aber Gummistiefel mit“. Anderson: „Harzer versprach mir noch an diesem Abend, sich um eine Lösung des Problems zu kümmern“.

Harzer kümmerte sich: „Der Festplatz bleibt nicht mehr länger eine Utopie“, kündigte Werner Anderson jetzt an. Die „frohe Botschaft“ hören die Altlüner Schützen mit großer Freude, doch nicht ohne Staunen. Waren alle bisherigen Bemühungen doch an finanziellen Erwägungen gescheitert. Sollte die Furcht des Bürgermeisters vor nassen Füßen solch „goldene Früchte“ getragen haben? Mitnichten! Grund für den Umschwung ist vielmehr der Kanalbau in Nordlünen. Seit Monaten baggert eine Baufirma in Nordlünen und stemmt dicke Rohre in die Erde. Wo der Aushub bleibt, könnte der Stadt egal sein. Die Ausschreibung der Arbeiten schrieb auch den Arbeitspreis fest. Doch wäre ein Kaufmann kein Kaufmann, verstünde er nicht, die Selbstkosten zu senken, um den Gewinn zu erhöhen.

Und so kam man auf die Idee, überflüssiges Erdreich von den Bauarbeiten ins Loch des feuchten Festplatzes am Hallenbad zu schütten. Kurze Transportwege sind der Lohn für die Firma. „Der Platz wird so angehoben und zum Schluss mit einer feinen Aschedecke versehen“, kündigte Kommandeur Werner Anderson an. Damit’s aber nicht ein hässliches Monstrum wie einst (1982) der Lünen-Süder Schützenplatz wird, wollen die Altlüner vereine (Schützen, Karnevalisten, Sangesbrüder) dafür sorgen, dass die 5000 Quadratmeter große Fläche ansprechend gestaltet wird.

„Wir feiern hier nicht nur Schützenfeste, wir leben auch in Nordlünen“, bekundet Anderson im Namen der aller Beteiligten, Interesse an einer rundherum ansprechenden Lösung des „Platzproblems“.

Anderson weiß schließlich: Nur rund 1000 Quadratmeter der insgesamt fünfmal so großen Fläche, die mit Erdreich angefüllt wird, benötigen die Vereine fürs Festzelt. „Der Rest wird nach Fertigstellung begrünt“, verspricht Anderson. Die Schützen haben schon fertige Pläne in der Schublade liegen. „Wir planen einen „Tag des Baumes“, kündigt Anderson an. Dass dabei nicht zu viel vom jungen Grün eingeht, dafür sorgen Leute vom Fach aus den eigenen Reihen der Schützen. „Der Besitzer einer Baumschule ist Schließlich Mitglied bei uns“, beruhigt Anderson, der sich mit den Vertretern der übrigen beteiligten Vereine abgesprochen hat.

Wann der Platz Wirklichkeit wird, steht noch nicht genau fest. „Auf jeden Fall muss er bis zum nächsten Schützenfest im Juni benutzbar sein“, so Anderson. Für April haben alle Beteiligten der Stadt und der Vereine eine Ortsbegehung geplant. Anderson sieht noch einen weiteren Nutzen des geplanten Festzeltplatzes: Das leidige Parkplatzproblem am Gymnasium wäre mit einem Schlage gelöst“.

 

 

 

 

„Schützenverein Nordlünen-Alstedde bringt

Grün auf den Festplatz“

„Tag des Baumes am 09. Mai 1987“

Dank der Unterstützung von Stadtdirektor Dr. Salmen freut sich der Schützenverein Nordlünen-Alstedde von 1834 über einen befestigten Platz für Zeltfeste zwischen dem Altlüner Hallenbad und dem Schulzentrum.

Und nicht nur das: Jetzt soll der Platz begrünt werden. Deshalb hat der Schützenverein den 09. Mai zum „Tag des Baumes“ erklärt. An diesem Tag werden ab 10.00 Uhr die Bäume gepflanzt.

Wie der 1. Vorsitzende, Siegfried Müller, bei einem Pressegespräch im Lokal „Zum Lindenkrug“ ausführte,, wurden Bürgermeister Harzer, Stadtdirektor Dr. Salmen, sowie die Dezernenten Evert und Hölzner eingeladen. Der Löschzug 6 der freiwilligen Feuerwehr wird mit vertreten sein, um für die Bäume das nötige Wasser zu liefern.

Rund um den 2000 Quadratmeter großen Festplatz sollen ca. 20 Bäume gepflanzt werden. Es sind hochstämmige Exemplare angesagt, mit einem Umfang von nicht weniger als 10 Zentimetern.

In den vier Kompanien werden zur Zeit eifrig Gelder und Sachspenden gesammelt, Darüber hinaus wird das Grünflächenamt der Stadt Lünen einige Bäume zur Verfügung stellen.

Dabei stand das Anliegen der Schützen anfangs unter keinem guten Stern. In einem Schreiben an Bürgermeister Harzer und die drei Ratsfraktionen vom 3. Juni 1985 äußerten die Grünröcke die Befürchtung, dass ihr Zeltplatz bebaut würde. Die Fraktionschefs reagierten in ihren Schreiben positiv. Als dann 1986 die Arbeiten zur Verbesserung der Kanalisation in Nordlünen die Laakstraße erreichten, stellte Oberst Werner Anderson den Kontakt zur Baufirma her; gleichzeitig blieb er im Gespräch mit der Stadt und es bahnte sich eine Lösung an: Die Firma planierte den Festplatz mit einem Teil ihres Abraums aus den Kanalarbeiten.

Die Schützen können zur Zeit nur einen Teil des Geländes bepflanzen, denn die Bergsenkungen machen am Krempelbach ein Rückhaltebecken erforderlich, das einem Teich ähnlich gestaltet werden soll.

„Grüner Festplatz Letzte Vorbereitungen“

„Weg für Baumtag geebnet“

Zum letzten Mal Gummistiefel anziehen sollten Bürger, die am Samstag,

09. Mai 1987 beim „Tag des Baumes“ der Nordlüner Schützen mitmachen möchten. Dann nämlich geht’s noch einmal ins Gelände, um 20 Bäume rund um den neuen Festplatz zu pflanzen. Fachkräfte wie Schützenbruder Franz Merten und Mitarbeiter des Grünflächenamtes sind ab 10 Uhr mit von der Partie. Auch für durstige Kehlen ist vorgesorgt.

Bereits im Vorfeld sorgten Tiefbauamtsmitarbeiter dafür, dass der Fußweg zum Platz von der Laakstr. her befestigt wird; eine alte Forderung der Brusenkampsiedler. Ein Bagger planierte Mutterboden auf der Fläche rund um den Festplatz.

„Schützen kommen auf einen grünen Zweig“

„Neuen Festplatz mit gediegenem Bestand geschmückt“

Das Baumpflanzlied von Jupp Witte, verfasst am Tage vor der Bepflanzung der Gahmener Senke am 17. Novemeber 1982, machte am samstagmorgen des 09.Mai 1987 die Runde auf dem Festplatz des Schützenvereins Nordlünen-Alstedde.

Die Schützen hatten diesmal in Lünen die Regie dieses Tages übernommen, um ihren neuen Festplatz mit einem gediegenen Baumbestand auszustatten. Groß war der Andrang der Offiziellen. Die Stadt Lünen war durch Bürgermeister-Stellvertreter Alfred Meermann repräsentiert; außerdem kamen vom Grünflächenamt die Vertreter Sundermann und Tintelott. Auch Ratsherr Günter Tilgener war zugegen. In den Reihen der Schützen – bei der Pflanzaktion waren insgesamt 30 Leute im Einsatz – waren Ehrenoberst Paul Böcker ebenso zu finden wie Kreisschützenkönig Herbert Friese und das amtierende Königspaar Heinrich VI. und Doris I., mit zahlreichen Vorstandsmitgliedern.

Insgesamt wurden 30 Bäume ins Erdreich gesetzt. Eiche und Mischwald. Der Löschzug 6 der Feuerwehr versorgte die Pflanzaktion mit dem nötigen Wasser und die 4. Kompanie rückte mit einem Bierwagen an. Kiepenkerl Jupp Witte überbrachte Grüße des Stadtverbandes für Heimatpflege. Er gab seiner Freude darüber Ausdruck, dass Schützen nicht nur Brauchtum pflegen, sondern sich auch um den Umweltschutz und den Erhalt bzw. Schaffung von Grün bemühen.

Der Arbeitskreis „Grün“ der SPD-Fraktion hatte zu diesem besonderen Tag ebenfalls einen Baum gestiftet.