Interessantes aus den Protokollen der Jahre 1855 und 1867

„Zur Teilnahme am Schützenfest sind alle Eingesessenen der Gemeinde, aber nicht unter 17 Jahre, zugelassen. Dagegen alle diejenigen ausgeschlossen, welche wegen Diebstahls, Betrugs oder anderer entehrender Vergehen bestraft, mit ekelhaften oder ansteckenden Krankheiten behaftet oder auf denen sonst ein übler Ruf haftet."

„Am Tage des Festes muss jedes Mitglied festlich gekleidet, mit Gewehr und einer weißen Binde um den linken Arm versehen sein.”

„Der Schützenkönig muss gleich auf dem Schießplatz eine Königin wählen, aber nicht aus demselben Hause, wo er wohnt, und nur aus der Zahl des Vereins."

„Das Schießen geschieht nur aus den vom Vorstand beschafften Büchsen. Auf dem Schießstand darf kein Branntwein verabreicht und getrunken werden, auch sonst darf in der Nähe des Platzes, wo die Büchsen geladen werden, kein Tabak geraucht werden."

„Es liegt dem gewählten Vorstande die Pflicht ob, denjenigen, der sich berauscht oder unordentlich beträgt oder sich polizeiwidrige Handlungen zuschulden kommen lässt oder gegen die Anordnungen der Vorgesetzten ungehorsam ist oder ein anderes Mitglied beleidigt, sofort durch Zwangsmittel vom Schützenplatz und vom Ball aus der Gesellschaft entfernen zu lassen und von der ferneren Teilnahme auszuschließen. Die Wiederaufnahme eines solchen Ausgewiesenen kann erst nach 2 Jahren durch Stimmenmehrheit erfolgen."

„Wenn ein Schütze stirbt, wird die Leiche von sämtlichen Mitgliedern zum Grabe begleitet und muß jeder mit einer schwarzen Binde um den linken Arm versehen sein."

Vieles hat sich seit jener Zeit im äußeren Bild unserer Vereine geändert, eines aber ist geblieben: die Forderung an jeden Schützen, sich eines gesitteten Benehmens zu befleißigen, Eintracht, Bürgersinn und Hilfsbereitschaft zu pflegen und sich als tragende Glieder des heimatlichen Volkslebens zu fühlen.

Freiherr vom Stein mahnte schon 1791:

„Die Aufgabe der Schützen muss es sein, Heimat- und Vaterlandsliebe, Sittlichkeit und gemeinnützige Tätigkeit zu fördern."

Lasst uns dieser Worte stets eingedenk sein!

Horrido

Ingo Schinck

(Geschäftsführer)