Die alte Königskette von 1834

Anlässlich des 175jährigen Jubiläums unseres Vereins im Jahr 2009 ist die „alte Königskette“ von 1834 wieder zu Ehren gekommen.

Voller Stolz wird sie von dem amtierenden König Udo (I) Cieslukowski getragen..

Die „alte Königskette“ ist der älteste Beweis für das 175jährige Bestehen unseres Vereins.

In der Mitte der Kette befindet sich das älteste Schild mit dem Datum 14. Juni 1834.

Dieses Schild wurde vom Schützenkönig Johann Bernhard Röllmann gestiftet. Er gab seinem Schild den Spruch; „Die Furcht des Herrn ist Ehre, Ruhm und Freude und die Krone des Frohlockens“.

Die „alte Königskette“ wurde von den jeweils amtierenden Königen bis 1971 getragen. Der letzte Schützenkönig, der diese Kette getragen hatte, war Rudi (I) Spee. Die alte Schützenkette wurde mit einem Gewicht von 1270 Gramm den Schützenkönigen zu schwer.

Rudi Spee hatte auch bei unserem Jubiläumsfest zum 175jährigen Bestehen, die Ehre, die „alte Königskette von 1834“, beim großen Festumzug noch einmal der Bevölkerung zu präsentieren. Gemeinsam mit seinem alten Adjutanten Wilhelm Borgschulze nahm er in einem Zweispänner an dem großen Festumzug teil.

Die Königsketten haben ihren Ursprung in den frühen „Bruderschaften“, den Vorläufern der heutigen Schützenvereine.

Denn bei den Bruderschaften wurde einmal im Jahr ein Festtag mit Preisschießen veranstaltet. Dabei erhielt der beste Schütze als höchste Ehre eine silberne Medaille.

In der Folgezeit wurden die erschossenen Medaillen zu einer Klette vereinigt und dem jeweiligen König. Als Zeichen seiner Würde für den Festtag übergeben. Später hatte der neue König von sich aus seinen Schild der Kette beizufügen.

Diese alten Königsketten wurden zu Kleinoden der Vereine. Aus ihren Inschriften spricht religiöser Sinn, Berufsstolz, Humor und Lebensweisheit. Das mögen einige Beispiele zeigen. Sie sollten uns ehrwürdig bleiben durch ihr Alter und durch die Kunde von Namen und Tagen, die nicht mehr sind.

Schildersprüche:

1835 Heinrich I. Auverkamp

Der Kreuzweg ist die Christenbahn und ich als Schäfer geh voran. Die Könige aus Morgenland haben streng gesehen aus göttlicher Hand.

1836 Theodor Schulze Alstedde

Wer stets zielt auf Pflicht und Recht, den nehm ich zum Königsknecht. Aus dem Herzen zu den Sternen hinan dringt das Gebet in schneller Bahn.

1842 Joh. Bernhard II. Röllmann

Wer treue Schützen liebt und ehrt, der ist des Königs Freundschaft wert.

1845 Theodor II Heinrich Struckmann

Ein Bauer ist der Ehre wert, in Frieden führt er sein Pferd, mit Gott schafft er uns Brot und Wein, drum soll er Aller König sein.

1850 Wilhelm I Middendorf

Alter König grüßt Euch allen, lasst Euch diesen Schild gefallen.

1862 Fritz I. Klosterkamp genannt Schulze Pelleringhoff

Der Pelikan ein Sinnbild ist von echter Lieb und Treue. Er soll mir Vorbild sein als Christ, das lobe ich aufs Neue. Drum Schützen schenket mir Vertrauen, auf Euren König könnt ihr bauen.

Ausführlich nahm B. Röllmann Stellung zu dem Zeitgeschehen. Er hatte 1912 den Königsschuss getan, und erst 1927 kam es zum nächsten Fest.

1912 Bernhard II. Röllmann

1912 tat ich den Königsschuss, da war noch die Flagge schwarz-weiß-rot im Fluss, noch haben wir vom bösen Krieg nichts gewusst, und Geld gab es da noch im Überfluss.

Jetzt hat die Sach ein ander Gesicht, der Herr mit uns hielt ein strenges Gericht, das Gold nun kennt man im Flaggengesicht, 2 Millionen Kameraden der Herr stellte vor sein Gericht.

Wir loben den Herrn, der es gemacht und uns gesund hat nach Haus gebracht. Viele Throne hat man beiseite geschafft, doch mich hat man als König bis jetzt noch geacht.

Drum Schützenbrüder, wir wollen es wagen, jetzt nach 15 langen und bangen Jahren, der Jugend zeigen, wie es früher gewesen. .Gott sei mit uns auf unseren Wegen.

1934 Heinrich IV. Hüser

Ein Jahr nachher als unser Führer kam für Deutschland wohl das Beste, schoss ich den Vogel ab auf unserem Schützenfeste. Der Führer reicht uns die Hand, dass wir ihm helfen bauen ein einig Volk, ein großes Reich, wir schenken ihm unser Vertrauen.

1959 Paul II. Merten-Steinkuhl

Wer seinen Acker treu bestellt und stets auf Sitt und Ordnung hält, der darf wohl bei Bier und Wein der Schützenbrüder König sein.

1962 Edmund I. Heyting

Bauen und Jagen sind Beruf mir und Vergnügen und zwei Jahre durfte ich Krone und Zepter führen. Es war für mich eine schöne Zeit, denn der Königsschuss bracht mir viel Freud.

1964 Paul III. Böcker

Der Mensch lebt und besteht nur eine kurze Zeit und alle Welt vergeht mit ihrer Herrlichkeit. Es ist nur einer ewig und an allen Enden, und wir in seinen Händen.

Horrido

Ingo Schinck

(Geschäftsführer)