1. Frau bei den Nordlüner Schützen im Offiziersrang
„Anette Witt wurde 1987 zum Leutnant befördert“

Warum sollen nicht auch Frauen in Offiziersränge aufsteigen, sagte sich die neue Führung des Schützenvereins Nordlünen-Alstedde von 1834 unter Siegfried Müller. Gesagt, getan: beim Königsball anlässlich des Schützenfestes im Jahr 1987 wurde die Tür für eine der 32 Frauen des Schützenvereins aufgestoßen.

Erstmalig in der Geschichte des Vereins wurde eine Frau zum Leutnant ernannt. Es handelt sich um Anette Witt.

Mit diesem Schritt bewies die Vereinsführung, dass sie bereit ist, außergewöhnliche Leistungen ihrer „Minderheit“ – die aber viel im Hintergrund tut – zu würdigen. Der Vorsitzende hob den außergewöhnlichen Einsatz und den großen Fleiß von Anette Witt hervor und belohnte dies mit dem untersten Offiziersrang.

Seit 10 Jahren gehört die Mutter einer 5jährigen Tochter den „Grünröcken“ an. „Aus unserem Bekanntenkreis sind damals viele in die 3. Kompanie eingetreten“, erinnert sie sich. Ihr Motiv: „Freude an der Pflege von Tradition und Brauchtum“ und: „Die Kamerdschaft ist gut“, sagte die frisch Beförderte.

1981 übernahm sie die Aufgabe der 2. Schriftführerin, 1985 gehörte sie als 1. Schriftführerin dem Kompanievorstand an. Urkunde und Achselklappen, die Vereinsvorsitzender Siegfried Müller ihr verlieh, berechtigt si nu, an der Offiziersversammlung des Bataillons teilzunehmen.

Anette Witt geht einer Teilzeitarbeit bei der Lüner Sparkasse nach. Neben der ehrenamtlichen Arbeit für den Schützenverein und dem Kegeln, steht die Familie im Mittelpunkt.