Die Geschichte der Hubertusmesse

Seit dem Mittelalter pflegt man schon den schönen Brauch am 3. November, dem Hubertustag, die Kirchen mit Utensilien aus Wald und Flur zu schmücken und die Jäger bringen ihre Hunde und Hörner mit zum Gottesdienst. Der Gottesdienst ist dem heiligen Hubertus gewidmet, dem Schutzpatron der Jäger und Schützen.

Um der Bevölkerung den Sinn der Durchführung der Hubertusmesse zu verdeutlichen, wird an dieser Stelle der Ursprung der traditionellen Hubertusmesse vorgestellt.

Die Hubertusmesse ist dem heiligen Hubertus gewidmet, der von 658 – 727 im Gebiet des heutigen Belgien lebte.

Hubertus war der Sohn des Herzogs Bertrant von Guyenne. Hubertus führte zunächst ein eitles, vergnügungssüchtiges Leben als Pfalzgraf an dem Hofe der fränkischen Könige in Paris. Jedoch nach dem frühen Tode seiner geliebten Frau bei der Geburt seines ersten Sohnes zog er sich schmerzerfüllt in die Wälder der Ardennen zurück und ergab sich ganz seiner Leidenschaft der Jagd. Selbst hohe Feiertage hielten ihn nicht davon ab.

Der Sage nach erfolgte seine innere Umkehr beim Anblick eines in der Heiligen Nacht von ihm gejagten weißen Hirsches, zwischen dessen Geweihstangen das Zeichen des Kreuzes zu sehen war. Er hörte eine Stimme, welche ihm zurief: „Wenn Du Dich nicht wahrhaft zum Herrn bekehrst, so wirst Du bald zur Hölle fahren“. Diese Stimme erschreckte und erschüttete ihn so, dass er sofort vom Pferd stieg, zum Herrn betete und sich beeilte, zu tun, wozu er aufgefordert worden war.

Er suchte zunächst Bischof Lambertus von Maastrich auf und überließ sich seiner geistlichen Leitung und fand zu einem christlichen Lebenswandel zurück. (Nach anderen Überlieferungen soll er zuvor sieben Jahre als Einsiedler an der Stelle zugebracht haben, wo ihm der Hirsch erschienen war, dem Ort, auf dem das Kloster St. Hubert von ihm erbaut sein soll).

Etwa um 709 wurde er vom Papst Sergius I. in Rom zum Bischof von Lüttich geweiht. Er galt als umsichtig und milde, bei einer Hungersnot rette er Tausende Menschen vor dem Tod.

Er starb im Jahre 727, und sein Leichnam wurde in der Peterskirche zu Lüttich beigesetzt; später kamen seine Gebeine in das Kloster Andain in den Ardennen, jetzt Abtei St. Hubert genannt.

Schon bald nach seinem Tode begann das Volk ihn als Heiligen zu verehren. Seine Seligsprechung erfolgte im Jahre 743.

Im 11. Jahrhundert galt er bereits als Schutzpatron der Jäger, weil er der Überlieferung nach, mit seinem goldenen Schlüssel den von tollen Hunden Gebissenen Heilung verschaffte.

In den folgenden Jahrhunderten entwickelte sich der Brauch, zu Ehren des heiligen Hubertus eine feierliche Messe zu feiern.

Die Kirche wurde mit dem Grün der Wälder geschmückt und die Jäger kamen mit ihrem Jagdgerät, oft sogar mit Hunden und Falken zum Gottesdienst. Die liturgische Musik war zunächst Aufgabe von Priester, Chor und Orgel. Mit dem Aufkommen der Metallhörner als Jagdinstrumente im 16. und 17. Jahrhundert war es nahe liegend, zu den Jagdgeräten auch das Horn mit in die Kirche zu nehmen und dort zu blasen. Dieser Brauch überdauerte sich bis zur heutigen Zeit. Die Jagdhornbläser blasen die Messe mehrstimmig auf Fürst-Pless- und Parforcehörnern oder auch auf Ventil- und Waldhörnern. Das Fürst-Plesshorn wird heute noch von den Jägern bei der Jagd eingesetzt.

Horrido

Ingo Schinck

Geschäftsführer