Bericht über die Aktivitäten des Schützenvereins

Nordlünen-Alstedde von 1834 e. V.

im Geschäftsjahr 1984

Auch das am 31.12.1984 zu Ende gegangene Berichtsjahr war wieder ein Jahr voller Aktivitäten mit insgesamt 10 Veranstaltungen auf Bataillonsebene, davon 3 Ausmärsche zu Schützenfesten befreundeter Vereine.

Im Berichtsjahr verstarb der Schützenbruder

Rudi Honermann, 2. Kompanie.

Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.

Am 4.2.1984 folgte eine Delegation des geschäftsführenden Vorstandes einer Einladung der Karnevalsgesellschaft "Ohne us geiht nich" zu deren Feierlichkeiten anlässlich des 25-jährigen Vereinsjubiläums.

Am 11.2.1984 hatte die amtierende Königin, Anette Lange, zu einem fröhlichen Beisammensein in ihr Haus eingeladen. Der erweiterte Vorstand und Abordnun-gen der Kompanien erlebten dort einen stimmungsvollen und gemütlichen Abend.

Am 24.2.1984 fand unter dem Vorsitz des Kommandeurs, Paul Böcker, die traditionelle Offiziersversammlung in der Gaststätte Römerkrug statt. Ablauf und Einzelheiten dieser Versammlung beschreibt ein separates Protokoll.

Am 16.3.1984 versammelten sich die interessierten Mitglieder des Bataillons zur ordentlichen Jahreshauptversammlung im Haus Wienecke. Auch von dieser Veranstaltung wurde ein separates Protokoll angefertigt.

Am 20.5.1984 veranstaltete die 2. Kompanie einen mit großem Aufwand vorbereiteten Volkswandertag. Sicherlich hätten die Veranstalter eine noch größere Beteiligung verdient gehabt. Nichts desto trotz darf man diese Veranstaltung, die auch gleichzeitig eine Werbeveranstaltung für das vor der Tür stehende Jubiläumsschützenfest sein sollte, als eine gelungene bewerten.

Als stärkste Teilnehmergruppe durfte die 3. Kompanie während einer humorigen Preisverleihung den 1. Preis mit nach Hause nehmen. Es gab Urkunden für alle und anschließend ein sehr gemütliches Beisammensein.

Am 26.5.1984 benutzten wir den traditionellen Obersttag als Generalprobe für den Aufmarsch zum kommenden Jubiläumsschützenfest. Aufgrund eigener Ankündigung sollte dies der letzte Obersttag unter der Regie Paul Böckers sein, weil er unmittelbar im Anschluss an das Jubiläumsschützenfest zurücktreten wird In der Schützenhalle am Autohof klang dieser Obersttag bei Bier, Würstchen und guter Stimmung aus.

Am 2.6.1984 war es dann soweit: Nach vielfältigen Vorbereitungen, Rück-sprachen, Besprechungen, Korrespondenzen und Genehmigungen begannen die Feierlichkeiten zu unserem 150-jährigen Jubiläum um 15.00 Uhr mit einer Kranzniederlegung am Kriegerdenkmal. Um 16.00 Uhr traf das Bataillon mit den „Alten Kameraden“ am Haus Bössing ein und marschierte zum Grundstück des amtierenden Kaisers, Rudi Spee.

Dort war zwischenzeitlich der neue Wachzug aufgezogen, der nicht ganz ohne Probleme zu diesem Jubiläumsschützenfest wieder ins Leben gerufen worden war, und der dort, in feinem Dress und exakt geführt und offensichtlich zum Vergnügen aller Beteiligten, eine ausgezeichnete Figur machte.

Noch vor dem Umtrunk, zu dem der Kaiser geladen hatte, sprachen sowohl der Kaiser als auch der 1. Vorsitzende zum Schützenvolk und nahmen Auszeich-nungen, Ehrungen und Beförderungen vor.

Um 17.30 Uhr marschierte das Bataillon mit vorangestelltem Wachzug, mit Kaiserpaar und Hofstaat, zur Aula des Gymnasiums.

Um 18.00 Uhr fand der Festgottesdienst in der Aula statt.

Zum anschließenden großen Zapfenstreich im Hof des Gymnasiums nahm sowohl das Bataillon, als auch die mitwirkenden Kapellen, alle noch lebenden Ex-Majestäten unseres Vereins und alle geladenen Gast-Königspaare Aufstellung.

Bei denkbar bestem Wetter, mit Feuerschalen und Fackelträgern der Feuerwehr dekoriert, unter Mitwirkung des Landesmusikkorps Marl und der „Alten Kameraden“ geriet dieser große Zapfenstreich unter vieltausendköpfiger Teilnahme der Bevölkerung zu einem der unbestrittenen Höhepunkte unseres Jubiläumsschützenfestes und zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Nach Eröffnung des Abends durch den 1. Vorsitzenden im Zelt wurde allen noch lebenden Ex-Majestäten, die auf dem Thron plaziert waren, je eine eigens hierfür angefertigte Urkunde überreicht, die Dank und Wertschätzung des Bataillons zum Ausdruck bringen sollte .

Anschließend erhielten der Schirmherr der Veranstaltung, Bürgermeister Harzer, der Vertreter des WSB, Vizepräsident Ungemach, und der Vorsitzende des Schützenkreises Lünen, Herbert Vodisek, das Wort und überreichten Präsente. Nach weiteren Ansprachen und Würdigungen auch durch die Vertreter der örtlichen Parteien und nach Eröffnung des Tanzes durch das Kaiserpaar, nahm der Abend den gewollten fröhlichen und angenehmen Verlauf.

Am 3.6.1984 Auftakt des zweiten Tages unserer Jubiläumsveranstaltung mit einem musikalischen Frühschoppen um 10.00 Uhr im Zelt. Unter Mitwirkung des „Tamboers en Trompeterkorps Prinz Willhem Alexander“ und der „Alten Kameraden“ auch dies eine gelungene Veranstaltung.

Nachmittags Festumzug. Insbesondere hierfür hatten sich Vorstand und viele Helfer sehr viel Mühe gegeben, der rückschauend der Erfolg sicher nicht versagt geblieben ist. Neben den üblichen Gastvereinen, die mit großem Prunk und außerordentlich zahlreich erschienen waren, hatten die örtliche Bauernschaft, die Feuerwehr und eine ganze Reihe von freiwilligen Helfern aus der Bevölkerung insgesamt acht Motivwagen dekoriert, die diesem schönsten aller Festumzüge in Nordlünen-Alstedde das ganz besondere Gepräge gaben.

Ganz besonderer Erwähnung bedürfen an dieser Stelle die farbenprächtigen Biedermeierkostüme, mit denen sich sowohl unsere Königin, als auch die Frauen des Hofstaates geschmückt hatten. Dies eine Geste, die neben der Augenweide auch sicherlich als eine hübsche Referenz an die 150-jährige Tradition unseres Vereins verstanden worden ist. Auf die Anerkennung, die dieser Festumzug sowohl in der Bevölkerung, als auch in der lokalen Presse gefunden hat, dürfen wir stolz sein.

20.00 Uhr Heimatabend. Zur Gestaltung dieses Abends waren ganz bewusst Laiengruppen der örtlichen Vereine angesprochen worden und viele sagten spontan ihre Teilnahme zu. Ein professionelles Programm sollte vermieden werden. Nicht zuletzt aufgrund der geschickten Conference von Günter Tilgener veranstalteten alle Mitwirkenden ein Feuerwerk guter Laune und die Seniorentanzgruppe der Caritas St. Norbert schließlich riss das Zelt zu Beifallsstürmen hin und musste schließlich seinen Chaplintanz wiederholen. Es darf mit Freude vermerkt werden, dass auch dieser Sonntagabend ein ganz großer Wurf war und Äußerungen von alten Hasen, so etwas hätten sie noch nie erlebt, erfüllen uns mit Freude und Zufriedenheit.

Am 4.6.1984 um 9.30 Uhr trat das Bataillon zum Vogelschießen an. Zunächst gab es einige Aufregung, weil durch das schlechte Wetter die Vogelwiese so aufgeweicht war, dass an eine Benutzung nicht zu denken war. Nach groß-zügiger Einwilligung unseres Zeltwirtes, Bernhard Knippers, und einigen Kraftanstrengungen, wurde dann die Vogelstange so umgestellt, dass bei hochgeschlagener Seitenwand aus dem Zelt heraus auf den Vogel geschossen werden konnte. Nach so vielen Jahren schönsten Sonnenscheins auf der Vogelwiese dies sicherlich ein ungewöhnlicher und bedauerlicher Umstand, der dann auch dazu führte, dass die Zuschauer, die sich wegen des Regens im Zelt aufhalten mussten, den Vogel selbst gar nicht sehen konnten.

Bei trotzdem bester Laune holten sich:

Außer dem Schützenbruder Heinrich Frye, bei dem mit dem 344. Schuss das letzte Stückchen Holz von der Stange fiel, schossen folgende Königsanwärter um die Würde:

Heinrich IV. (Frye) erwählte sich seine Ehefrau Anni zur Königin und machte sie damit zu Anni II.

Die Krönung vollzog traditionsgemäß Bürgermeister Hans-Werner Harzer, jedoch wegen des unzuverlässigen Wetters im Zelt.

Nicht zuletzt wegen außerordentlich großzügiger Verteilung von Biermarken sowohl vom neuen König als auch aus der Bataillonskasse ging der Festball am Montagabend sehr feuchtfröhlich und auch erst sehr spät zu Ende.

Zusammenfassend darf festgestellt werden, dass unser 150-jähriges Jubiläums-schützenfest als eine Reihe außerordentlich gelungener Veranstaltungen gewertet werden darf.

Allen Mitwirkenden und allen Beteiligten gilt hier ein besonders herzliches Dankeschön für Aufwand, Zeit und Mühe. Es soll an dieser Stelle daran erinnert werden, dass noch wenige Stunden vor Beginn unseres Festes die Festwiese derart unter Wasser stand, dass an einen Zeltaufbau gar nicht zu denken war. Vor diesem Hintergrund hat der Schützenverein von Nordlünen-Alstedde allen Grund den Kameraden des Löschzuges VI. der Feuerwehr für ihr beherztes Eingreifen zutiefst dankbar zu sein.

Am 22.6.1984 wählten die Offiziere des Bataillons in einer eigens hierfür einberufenen Offiziersversammlung im Haus Brune den Schützenbruder Werner Anderson, 3. Kompanie, zum neuen Bataillonskommandeur.

Weitere Kandidaten für den Posten des Bataillonskommandeurs waren:

Der neugewählte Bataillonskommand.eur erwählte sich den Schützenbruder Bruno Lange zum neuen Bataillonsadjutanten.

Auch von dieser Offiziersversammlung existiert selbstverständlich ein separates Protokoll.

Am 19.8.1984 marschierten wir im Festumzug der Schützen von Lünen-Süd mit und verbrachten anschließend einige Zeit bei Frohsinn und Bier in deren Schützenzelt. Der Tag klang aus mit einem gemütlichen Beisammensein in der Schützenhalle am Autohof.

Am 26.8.1984 besuchten wir das Schützenfest der Schützen von Bork. Zum Abschluss dieses Ausmarsches hatte der Schützenbruder Franz Merten auf sein neues Anwesen eingeladen, wo wir dann auch einige frohe Stunden verbrachten.

Am 2.9.1984 schließlich beteiligten wir uns am Festumzug der Schützen von Brambauer und beendeten diesen Tag mit wiederum gemütlichen Stunden in der Schützenhalle Im Ort.

Am 8.9.1984 stellte der Schützenbruder Hubert Potthink sein Gehöft zur Durchführung unseres traditionellen Bataillonsbiwaks zur Verfügung. Fleißige Hände hatten hier neben den vorhandenen Räumlichkeiten ein Zelt aufgebaut, das bei dem doch ziemlich widrigen Wetter recht willkommen war. Bei Mettwurst und Sauerkraut und so manchem Glas Bier bot dieser Tag eine prächtige Gelegenheit Schützenkameradschaft zu pflegen und zu vertiefen.

Am 15.9.1984 überreichten Mitglieder des geschäftsführenden Vorstandes im Beisein der Presse insgesamt DM 1.507,-- ‚ die als Eintrittsgelder während des Heimatabends am 3.6.1984 für den caritativen Zweck eingenommen worden waren, zur Hälfte an die Einrichtung für spastisch Gelähmte und andere Körperbehinderte in der Cappenberger Straße und je ein Drittel der 2. Hälfte an die Kindergärten St. Ludger und St. Norbert und an den evangelischen Kindergarten Alstedde.Die Freude der Empfänger sollte uns Ansporn zur Wiederholung sein.

Am 20.10.1984 und damit traditionsgemäß am Ende des Veranstaltungs-kalenders fand im Pfarrsaal St. Ludger, Alstedde, das Hubertusfest statt. Die gekonnte musikalische Begleitung der Hubertusmesse besorgte diesmal die Bläsergruppe von Egon Wilscheck. Neben einer ganzen Reihe von Auszeich-nungen und Pokalen für schießsportliche Erfolge der Schießgruppe unseres Vereins wurde der Schützenbruder Hubert Eggenstein für 25-jährige Mitglied-schaft im WSB ausgezeichnet.

Nicht zuletzt wegen der recht geringen Beteiligung war dieses Hubertusfest keine ganz gelungene Veranstaltung, die auch dem Schatzmeister wieder ein Manko bescherte, für die jedoch trotzdem der ausrichtenden 1. Kompanie und den beteiligten Schützenfrauen ein ganz besonders herzliches Dankeschön gebührt.

Am 18.11.1984 richtete unser Verein auch diesmal wieder den Festakt zum Volkstrauertag aller Nordlünen-Alstedd.er Vereine aus. Das Programm der Veranstaltung, der auch die Öffentlichkeit zunehmend mehr und mehr Niveau bescheinigt, nannte unter anderem den stellvertretenden Bürgermeister Alfred Meermann und unseren 1. Vorsitzenden als Vortragende, sowie die Chorge-meinschaft Heiderose und den Instrumentalkreis des Gymnasiums Altlünen als Mitwirkende.

Die leider Gottes von Schützen unseres Vereins nur sehr schwach besuchte Veranstaltung klang aus mit einer Kranzniederlegung am Kriegerdenkmal. Die musikalische Begleitung gestalteten die „Alten Kameraden“ unter Leitung von Willi Herden.

Am 7.12.1984 überreichte eine Delegation des geschäftsführenden Vorstandes in Anwesenheit des Bataillonskommandeurs anlässlich der Siegerehrung des Stadtsportbundes in der Halle Im Ort der so außerordentlich talentierten und ungewöhnlich erfolgreichen Schützin Karin Wellerdiek in Anerkennung ihrer sportlichen Leistungen ein Wettkampfgewehr.

Da sowohl die Schießgruppe als auch die Jugendabteilung dieses Vereins eigene Berichte vorlegen, wird auf eine detaillierte Erwähnung im Rahmen dieses Jahresberichtes verzichtet

Über die hier erwähnten Einzelheiten hinaus fanden im Rahmen der satzungsgemäßen Eigenständigkeit der vier Kompanien eine ganze Reihe von Veranstaltungen auf Kompanie-Ebene statt, die in den Jahresberichten der Kompanien ihren Niederschlag gefunden haben.

Abschließend ein paar Zeilen zur Vorstandsarbeit:

Neben den auch für sie üblichen Terminen in den Kompanien und den zuvor erwähnten Veranstaltungen nahmen die Mitglieder des geschäftsführenden Vorstandes teil an:

Neben allen sonstigen Veranstaltungen also insgesamt 25 weitere Termine und damit ein Aufwand an Zeit und Vereinsaktivität, für die ich meine, dass der beteiligte Personenkreis ein herzliches Dankeschön verdient hat.

Dieser Bericht ist eine positive Bilanz gelungener Vereinsarbeit. Auch hinsichtlich der Mitgliederzahl setzte sich der bereits seit Jahren erkennbare Trend eines Anwachsens fort.

Ich schließe diesen Bericht mit einem aufrichtigen und herzlichen Dank an alle, die im Berichtsjahr aktiv mitgemacht haben und die dadurch beigetragen haben zum internen Gelingen und zum Bestehen unseres Vereins vor der Öffentlich-keit.

Horrido

Ingo Schinck

(Geschäftsführer)